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13.04.2009      6. Reisetag - Petra

Heute verlassen wir erst einmal wieder die Wüste. Es geht mit dem Jeep über eine Passstraße weiter in Richtung Süden. Man mag sich etwas wundern, da man meist Wüsten mit weiten Tiefebenen verbindet, aber das muss nicht zwangsläufig so sein, und ist auch hier nicht so. Wir sind so auf etwa 600m über dem Meeresspiegel gestartet und fahren über eine Bergkette, um dann anschließend Petra zu erreichen. Die Stadt liegt buchstäblich in den Bergen aus Sandstein auf einer Höhe von etwa 800 – 1350 über dem Meer. Petra ist sicherlich eine der kulturellen Höhepunkte Jordaniens, und war früher die Hauptstadt der Nabatäer, in der sie auch zahlreiche Spuren im Gestein hinterlassen haben. Die Nabatäer sind vermutlich von Süden in das Reich der Edomiter gekommen, die Edomiter selbst sind vermutlich zum Teil weiter nach Norden gezogen oder gingen in den Nabatäern auf. Begonnen haben dürfte die Entwicklung um etwa 600 v. Chr. Die Hochphase der Nabatäer war etwa 100 v.Chr bis ins Jahr 106 unserer Zeitrechnung. Die Nabatäer wurden von den anderen Stämmen als Volk „der Männer des Wassers“ bezeichnet, warum das so ist, lässt sich auch eindrucksvoll in Petra sehen. Petra liegt, wie ja schon gesagt, in einem Gebiet mit Bergen aus relativ weichem Sandstein mit einer Höhe von bis zu 1350m. Und in diesem Sandstein haben die Nabatäer unzählige Wasserrinnen und Wasserbecken gebaut. Berühmt sind sie heute aber für ihre Totentempel. Dafür haben sie in den Felsen riesige Fassaden geschlagen, die zum Teil eine Höhe von ca. 50m erreichen. Diese Fassaden sehen optisch den griechischen Tempeln nicht unähnlich, haben zum Teil aber auch Elemente der Griechen mit denen der arabischen Kultur vermengt. Ihre Weltoffenheit verdanken die Nabatäer vor allem ihren Handelsaktivitäten. So schufen sie an vielen bekannten Reiserouten der damaligen Zeit Stützpunkte. Da nicht von großen Kriegen unter Beteiligung der Nabatäer berichtet worden ist, kann man davon ausgehen, das die an die Routen lebenden Stämme an den Einnahmen der Handelsaktivitäten beteiligt worden sind. Trotz der offensichtlich guten Beziehungen zu den örtlichen Stämmen, wurden die Stützpunkte alle befestigt, was eventuell gegen Überfälle räuberischer Beduinen schützen sollte. Alle ihre Stützpunkte verfügten über relativ gesicherte Wasservorkommen, was für die Karawanen natürlich von höchster Wichtigkeit war. Aber der Hauptort war eben Petra, von hier aus steuerten sie den Handel mit allen möglichen landwirtschaftlichen Gütern, wichtig für sie war aber vor allem der Handel mit Weihrauch. Sie hatten nach heutigen Erkenntnissen einen Herrscher aber keine weiteren Adligen, sondern die Hierarchie entstand eher durch die Zugehörigkeit zu den Ständen wie etwa der Kaufleute oder der Handwerker. Diese Handwerker waren es auch, die die monumentalen Fassaden der Tempel aus dem Fels heraus schlugen. Hinter diesen prächtigen Fassaden war dann eine einfache, wenn auch geometrisch vollkommen quaderförmige Grabkammer. Es ist heute für mich fast unvorstellbar, wie es ihnen gelungen ist, derart gerade Wände aus dem Stein heraus zu schlagen. In der Horizontalen funktioniert das ja noch mit einem Lot, aber auch in der Vertikalen sieht man in den Grabkammern keinerlei „Nasen“ vorstehen.

Wie bereits gesagt, haben wir für unseren ersten Tag den Zugang über den Siq gewählt, dabei bedeutet Siq etwa soviel wie Schlucht. Und genau das trifft es auch sehr gut. Der Zugang besteht aus einem oft nur drei bis vier Meter breiten und etwa 80m hohen Durchgang zwischen zwei Sandsteinfelsen. Vor diesem Zugang ist eine Art Damm und ein großer Kanal, der seitlich wegführt, angelegt worden. Beides diente als Schutz vor zu großen Wassermengen. Denn wenn es mal stark regnen sollte, würde das Wasser mit hoher Kraft durch den engen Siq gepresst werden und hätte beim Ausgang des Siq, was ja gleichzeitig der Eingang der Stadt der Nabatäer war, eine ungeheure zerstörerische Wirkung. So aber konnte überschüssiges Wasser einstweilen vorbei geleitet werden, durch die in den Siq geschlagenen Wasserrinnen, ein Teil aber auch direkt zur Stadt hin geleitet werden. Tritt man nun auf der anderen Seite des Siqs wieder heraus, so steht man unmittelbar vor dem Palast des Pharaos, wobei dieser eher ein König der Nabatäer war. Der Palast ist dabei keine Herberge für die Lebenden, sondern eine Grabstelle. Die Nabatäer haben offensichtlich einen großen Totenkult entwickelt. Denn auf der großen Ausgangsstraße sind alle großen Tempelanlagen für die Toten versammelt, während die meisten Menschen in sehr einfachen Höhlen gelebt haben. Auch sind bis heute nur sehr wenige Überreste von Häusern der reichen Kaufleute gefunden worden. Eine der wieder frei gelegten Villen, und so etwas muss es gewesen sein, haben wir auf unserem Weg zum hohen Opferplatz passiert. Dort wurden einige Säulen vor allem aber ein ausgeklügeltes System zur Wassernutzung gefunden. Den Aufstieg zum Opferplatz haben wir dabei von der Rückseite bewältigt, um dann später auf der Vorderseite, den kürzeren und deutlich besser ausgebauten aber auch deutlich stärker frequentierten Weg, wieder herunter zu steigen. Insgesamt sollte man für diesen Weg zum hohen Opferplatz sicherlich zwei Stunden einplanen, wenn man auch noch die Aussicht oben etwas genießen möchte eher etwas mehr. So haben wir auch heute wieder sechs bis sieben Stunden auf jordanischem Boden „herum getrampelt. Aber der verdiente Lohn war eine schöne Dusche und auch mal wieder den Staub der Wüste aus den Sachen schlagen zu können.