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25. Reisetag        03.03.2011 – Punta Areans

Die ganze Nacht hat der Wind ordentlich am Zelt gerüttelt, obwohl mein Zelt ziemlich geschützt unter den Bäumen und unmittelbar vor dem Berghang gestanden hat. Trotz allem habe ich gut geschlafen. Zum Frühstück gibt es praktisch alles was wir noch an Vorräten haben. Die morgendlichen Abläufe sind wie gehabt und längst Routine geworden. Das Abbauen und verstauen des Zelts gelingt alleine bei dem Wind zwar nur mit etwas Glück, aber man gewinnt auch jeden Tag an Fertigkeit mit dem geliehen Zelt. Die Wegstrecke ist heute, mal abgesehen von dem ziemlich scharfen Wind solange wir noch in der Schlucht sind, einfach. Bevor es aber überhaupt losgeht, kämpft sich die Sonne kurz durch die Wolken und lässt zumindest den Teil der Torres hell leuchten, den wir von der Hütte sehen können. Aber auch das ist schon nach ein paar Sekunden wieder vorbei, dafür können wir noch mal einen schönen Regenbogen bewundern. Damit schließt sich fast schon der Kreis dieser Reise, in den ersten Tagen haben wir einen im Norden in der Atacama Wüste gesehen und jetzt ganz im Süden in Patagonien wieder.

So brechen wir auf, kaum das wir die Schlucht verlassen haben, geht es für uns praktisch nur noch bergab. Selbst das Ziel das Las Torres Gate bzw. die Gebäude dort und auch die dorthin führende Straße können wir mehr oder weniger die ganze Zeit sehen. Nach einer Gehzeit von etwa 1,5 Stunden kommen wir schließlich am Gate an. Keine fünf Minuten später ist auch unser Abholshuttle da. Bevor wir aber wieder zur Hauptstraße kommen, müssen wir noch eine Brücke passieren. Da diese für unseren Kleinbus fast schon zu klein ist, steigen wir aus – nicht das wir wackeln, die Spiegel werden angeklappt, und unser Fahrer nimmt die Engstelle locker, dabei sind an beiden Seiten zusammen kaum 15cm Platz, aber gelernt ist eben gelernt. Wir machen noch einen kurzen Halt bei den Cascade Paine, einer Stromschnelle oder Wasserfall, wie immer man möchte. Kaum das wir wieder unterwegs sind, begegnen uns Gunacos, der letzten Lama Spezies, die uns noch fehlt.  Sie sind gleichzeitig auch die größten Lamas. Dank der Schutzprogramme haben sich ihre Bestände hier im Süden Chiles wieder erholt, so begegnet uns nur wenig später eine weitere Herde. Bei der ersten dachte ich anfangs noch, entgegen der Beschreibung der Tiere, die ich gelesen hatte, sind die Gunacos doch domestiziert, da die ersten auf einer eingezäunten Schafweide grasten. Bis ich dann sah, wie locker sie fast aus dem Stand über den Zaun gesprungen sind.

Unsere Mittagspause haben wir auf halber Strecke zwischen dem Torres del Paine und Puerto Natales gemacht, nicht weit von dem kleinen Restaurant stand noch das Hinweisschild auf die nur wenige Kilometer entfernte Grenze zu Argentinien. Aber die ist ja praktisch allgegenwertig, wie wir ja auf unserer Reise immer wieder gesehen haben. Auf der Rückfahrt bekommen wir noch einen Eindruck von der Weite Patagoniens. Neben den Rindern und vor allem unzähligen Schafen sieht man Weiden bis zum Horizont und nur hier und da mal eine einsam gelegene Farm. Dann ein Buswartehäuschen, ohne das man irgendwo eine Ortschaft sehen hätte können.

Kurz vor 13 Uhr kommen wir in Puerto Natales an. Dort geben wir die geliehene Ausrüstung zurück und bringen unser eigenes Gepäck von der Wanderung im Hauptgepäck unter. Dann ist es auch schon Zeit zum Busbahnhof zu gehen. Von hier wollen wir den frühen Nachmittagsbus nach Punta Arenas nehmen. Um den zu schaffen, hatten wir gestern Nachmittag schon den Weg zum Mirrador Aussichtspunkt an den Torres in Angriff genommen. Im Nachhinein war es auch kein Problem wegen des Lichts, denn heute Morgen waren sie genauso wenig völlig frei wie gestern, da waren sie eher noch besser zu sehen. So kommen wir gegen 18 Uhr in unserer Unterkunft in Punta Arenas an und habe bis zum Abendessen noch genug Zeit uns frisch zu machen und auch noch mal das Gepäck ein bisschen neu zu sortieren. Meine verloren geglaubte Socke hatte sich am Morgen auch wieder angefunden, sie lag noch an der Stelle, an der ich am Eingang der Hütte meine Schuhe wieder angezogen hatte.

Heute Abend ist unser letzter Abend hier in Chile, man hängt noch mal den Gedanken nach und versucht das Erlebte in die richtige Reihenfolge zu bringen, und mit den dazugehörigen Orten in Verbindung zu bringen. Vieles in diesem langen und abwechslungsreichen Land erschien so unwirklich, was insbesondere für die Farben im Norden gilt, das man selbst mit den eigenen Fotos kaum glauben kann, dass es dort wirklich so aussieht. Wahrscheinlich habe ich das auch an einem der Tage dort oben schon gesagt, aber es geht mir immer noch so vielleicht jetzt sogar noch mehr. Denn insbesondere im Norden hatten wir nur wenig Zeit das Gesehene auch wirklich aufzunehmen.