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2. Reisetag    21.07.2012 – Kemptner Hütte

Am Morgen ist es trocken, das lässt doch für den Tag hoffen. Auch wenn der Wetterbericht ja was anderes voraus gesagt hatte. Der Treffpunkt für die Wandergruppe ist in der Nähe des Bahnhofs. Gegen 11 Uhr muss ich mein Zimmer räumen und mache ich auf den kurzen Weg. Wobei ich das Gefühl habe, den Ortskern von Oberstdorf schon gut zu kennen. Was soll ich sagen, gegen 11.30 Uhr setzt auch wieder Regen ein. Etwa halb eins gehe ich rüber zur Dampfbierbrauerei, was laut Beschreibung der Treffpunkt für die Gruppe sein soll. Dort sitzen auch schon zwei aus meiner Gruppe. Es dauert auch nicht lange, bis Sepp, unser Bergführer für die kommende Woche, uns aufgabelt. Anders als geplant fahren wir erst ca. 13.30 Uhr mit einem Kleinbus hinüber zur Spielmannsau, da eine Mitreisende aus unserer Gruppe, wie ich gestern ja auch schon, ein bisschen verspätet mit dem Zug eintrifft.

Ab Spielmannsau wird es dann langsam ernst. Wobei der erste Tag ja eigentlich nur ein halber ist. Von dort ist es auch nur eine viertel Stunde bis zur Materialbahn. Gemäß Beschreibung sollen die Rucksäcke mit der Materialbahn zur Hütte befördert werden. Inzwischen ist die Luft eigentlich nur noch feucht, aber als Regen kann man es kaum bezeichnen. So packe ich meine Kamera und die Regenhose mit einer Flasche Wasser in eine kleine Tasche und schicke den Rest mit nach oben. Bis zur Materialbahn ist man noch auf einer langsam schmaler werdenden Straße unterwegs, ab hier geht es dann aber richtig in die Natur. Der „fehlende“ Rucksack ist natürlich schon eine Erleichterung, aber insgeheim kommt es mir schon ein bisschen geschummelt vor, hier ohne rauf zu gehen. Aber auch so wird es in T-Shit und Hardshell Jacke fast schon zu warm. Zumal auch die Temperaturen zu steigen beginnen, unabhängig davon dass man sich jetzt natürlich auch ein bisschen körperlich betätigen muss.

Der Weg selbst ist relativ schmal und an einigen Stellen wegen der Regens zur Mittagszeit stellenweise etwas schlüpfrig. Sepp geht voran und das Tempo ist recht gemäßigt. So habe ich damit schon mal keine Probleme. Das kann ja schon problematisch sein, wenn man das Tempo nicht halten kann. Mir persönlich ist es jetzt gefühlt eher zu langsam, aber dadurch sind die Reserven dann ja nur größer, wenn ich mal wieder in der Gegend rum schaue oder die Kamera aus dem Rucksack heraus und wieder hinein kramen muss, um ein paar schnelle Fotos zu machen. Wir kommen auf dem Weg an ein paar kleineren Schneefeldern vorbei, die sich an ein paar geschützteren Stellen bis in den Sommer gerettet haben. Unter ihnen plätschert dann nicht selten aber das Wasser. Je höher wir kommen, desto größer werden die Felder, aber es wird auch ein bisschen kühler. Und schließlich stehen wir auch wieder in den Wolken inklusive den feuchten Nebenerscheinungen. Es regt nicht, aber ist eben ein bisschen feucht. Von hier ist es aber auch nicht mehr weit bis zur Kemptner Hütte, die auf rund 1840m Höhe liegt. Also etwa 850m über Spielmannsau. Die geplant Gehzeit beträgt für diese Etappe etwa drei Stunden.

An der Hütte kommt man praktisch durch den Keller. Unter werden gleich die Wanderstiefel ausgezogen und Stöcker aufgehängt. In der Hütte bewegt man sich natürlich nur in Hüttenschuhen. In meinem Fall Wandersandalen, was schon mal die ersten zusätzlich Gramm sind. Aber ich mag nun mal keine Flipflops oder Badelatschen. Wie dem auch sei, durch den Aufenthaltsraum geht es rauf zu unserem Matratzenlager. Dort richten wir uns kurz ein, ziehen uns um und dann geht es auch wieder runter in den Aufenthaltsraum, da es im Matratzenlager schon recht frisch ist. Unten ist es inzwischen deutlich voller geworden, es sind heute rund 300 Leute auf der Hütte. Nach dem Abendessen gehen wir relativ früh zu Bett, zumal es nicht wirklich etwas zu tun gibt. Und einen schwungvollen Hüttenabend am ersten Tag ist sicherlich auch nicht das Richtige. Zumal alle natürlich schon ein bisschen gespannt sind, was uns erwartet und wie man selbst damit zu Recht kommen wird. Nicht zu letzt auch deshalb, weil nicht alle aus unserer Gruppe Erfahrung in den Bergen haben oder auch mit größerem Gepäck. Wobei ich selbst natürlich auch darüber nachdenke, ich bin schon auf anderen Bergen unterwegs gewesen, und auch dabei noch mit deutlich mehr Gewicht auf dem Rücken. Aber was wird die Schulter machen, und wie wird es in den Alpen, in denen ich noch nie unterwegs war. Denn jedes Gebirge ist anders. Und dann ist da natürlich auch immer das Wetter. Wenn es Bindfäden regnet, macht es die Sache auch nicht schöner. So liege ich dann doch noch lange wach. Auch wenn sich alle bemühen leise zu sein, so ist es bei rund 20 Personen in einem Raum doch auch immer ein bisschen unruhig. Und dass ich nun müde vom Aufstieg bin, kann ich nun auch nicht wirklich sagen. Aber irgendwann schlafe ich dann wohl doch ein, denn als ich wieder zum Fenster sehe, zeichnet sich dort die erste Morgendämmerung ab.